Die Stadt steht in der Pflicht: Leerstehende Gebäude wiederbeleben!

Brachliegende Liegenschaften und ungenutzte Gebäude prägen die städtische Politik seit Langem. Besetzungen und Belebungen von leerstehenden Gebäuden sind nach wie vor ein brennendes Thema. Der Stadtrat zeigte sich bisher meist kompromissbereit, fasst die Besitzer*innen der umstrittenen Liegenschaften aber immer noch mit Samthandschuhen an. So gibt es bis heute keine Einigung über die Zukunft der Villen an der Obergrundstrasse 99 / 101 zwischen der Stadt und dem Grundeigentümer. 

Es gibt aber durchaus auch positive Beispiele, wie die Stadt mit leerstehenden Gebäuden umgeht. So läuft aktuell eine freiwillige Ausschreibung zur Umnutzung des alten Krematoriums im Friedental und den dazugehörigen Parkanlagen. Grundeigentümerin ist die Stadt, das ehemalige Krematorium jedoch befindet sich im Besitz der Stiftung Luzerner Feuerbestattung (STLF). Gemeinsam haben sie sich dazu entschlossen mit einer Ausschreibung das seit 2005 grösstenteils leerstehende und ungenutzte Gebäude zu neuem Leben zu erwecken. Dieses Vorgehen begrüsst die JUSO Stadt Luzern sehr. Auch wenn die Möglichkeiten zur Nutzung dieses Freiraums aufgrund der denkmalpflegerischen Aspekte sehr eingeschränkt sind, ist es begrüssenswert, dass der Stadtbevölkerung eine Möglichkeit gegeben wird, ihre Ideen und Konzepte für das Areal einzureichen. Ebenso wichtig ist es, dass das alte Krematorium und vor allem die Gartenanlage weiterhin der gesamten Bevölkerung offenstehen. Aus Sicht der JUSO Stadt Luzern darf es jedoch nicht zur Kommerzialisierung des Raumes kommen. Das Areal lässt sich ideal für innovative, nicht gewinnorientierte Ideen nutzen. Dies muss die Stadt als Mitentscheidungsträgerin bei der Vergabe unbedingt berücksichtigen. Möglichkeiten gibt es viele: So könnte ein alternatives Theater oder eine Nutzung durch Kunst- und Kulturschaffende in Form von Ateliers möglich gemacht werden. Ebenfalls vorstellbar wäre eine Nutzung, welche im Speziellen auch die jüngeren Menschen aus der Stadt Luzern anspricht, etwa ein Kindercafé oder gar ab und zu eine Nutzung als Silent Disco. Selbstverständlich müssen alle Konzepte dem speziellen Ort und seiner Umgebung Rechnung tragen, wie dies die Ausschreibung auch beabsichtigt. Für die JUSO Stadt Luzern ist es wichtig, dass kreative Ideen zugunsten der Bevölkerung gute Chancen haben, um aus diesem Ort etwas Besonderes zu machen. 

Die JUSO Stadt Luzern sieht die Stadt aber auch in der Pflicht: In Zukunft soll bei sämtlichen leerstehenden Grundstücken der Stadt Luzern der Bevölkerung eine Möglichkeit gegeben werden, ihre Gestaltungsideen aktiv einzubringenum eine innovative Nutzung, die allen offen steht, zu ermöglichen. Zudem soll sich die Stadt stärker einsetzen, dass solche partizipativen Prozesse auch bei den leerstehenden Liegenschaften von Privaten möglich werden. 

Weiterhin betont die JUSO Stadt Luzern, dass leerstehende und verlotternde Gebäude wie diejenigen an der Obergrundstrasse 99 / 101 nicht länger akzeptiert werden dürfen. Solange weiterhin keine Einigung über die Zukunft der umstrittenen Liegenschaften auf dem Tisch ist, muss eine Zwischennutzung her. Dazu fordert die JUSO Stadt Luzern, dass Zwischennutzungen von ungenutzten Räumen sowohl für städtische,als auch für private Liegenschaften Pflicht werden! Ansonsten kann von einer Enteignung längerfristig nicht mehr abgesehen werden, denn das oberste Ziel muss sein, dass leerstehende Häuser in nutzbarer Frist einer Nutzung im Sinne der Bevölkerung zugeführt werden können. 

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